Bertha Michaelis
Pirnaische Straße 9, AltstadtHIER WOHNTE
BERTHA MICHAELIS
GEB. ADLER
JG. 1892
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN AUSCHWITZ
Weitere Stolpersteine in Pirnaische Straße 9:
Michaelis, Alfred
Michaelis, Annelies Irma
Bertha Michaelis, geborene Adler, wurde am 10. März 1892 in Schmöln geboren. 1941 heiratete sie in Leipzig Alfred Michaelis. Sie brachte Sohn Fritz Lenczynski mit in die Ehe. Ihr Mann Alfred war Kaufmann und gemeinsam mit seinem Schwiegervater und Schwager aus erster Ehe leitete er die Firma Ludwig Bach & Co. mit dem Kaufhaus für Damenkonfektion.
Alfred und Bertha Michaelis wurden genötigt, in der sogenannte Judenhaus in der Fürstenstraße 2 zu ziehen. Alfred wurde wegen des Hörens ausländischer Sender verhaftet. 1942 erfolgte eine weitere Verhaftung sowie die Deportation nach Buchenwald. Von dort aus wurde er nach Sachsenhausen deportiert, wo er am 30. Juni 1942 ermordet wurde.
Bertha Michaelis wurde im November 1942 gezwungen, in das sogenannte „Judenlager Hellerberg“ zu ziehen. Von dort aus erfolgte die Deportation nach Ausschwitz, wo sie vermutlich Ende 1944 oder Anfang 1945 ermordet wurde.
Stieftochter Annelies Irma aus Alfreds erster Ehe musste ebenfalls im November 1942 in das sogenannte „Judenlager Hellerberg“ ziehen, von wo aus im März 1943 die Deportation nach Ausschwitz erfolgte. Das Buch der Erinnerung berichtet, dass sie daraufhin nervenkrank wurde und kurz darauf am 15. März ermordet wurde. Eine weitere Stieftochter Ruth aus Alfreds erster Ehe ist die einzige Überlebende der Familie. Sie floh 1938 nach Rom zu Verwandten, wohin ihr die Eltern noch Studiengeld schickten. Im Dezember musste sie Italien verlassen und floh über Genua nach Südamerika. Sie heiratete und lebte als Ruth de Sagel in Arenales (Argentinien), wo sich ihre Lebensspur verwischt.
Elisabeth Lorenz aus Dresden und ihre Familie veranlasste hochbetagt die Verlegung der Stolpersteine für Familie Michaelis. Annelies Irma, Margot Bauer, Ingetraut Meyring und Elisabeth besuchten gemeinsam die „Staatliche Höhere Mädchenbildungsanstalt Dresden-Johannstadt“. Der Stolperstein für Ingetraut Meyring wurde bereits verlegt. Margot Bauer lebt hochbetagt in den USA. Frau Lorenz verstarb wenige Wochen vor der Verlegung des Stolpersteins für ihre Freundin.
Quellen
Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e. V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen. 1933 bis 1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 253.
Putzpate:
bereits vergeben
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