Irene Gimpel
Mendelssohnallee 10, BlasewitzHIER WOHNTE
IRENE GIMPEL
GEB. HERZING
JG. 1895
BERUFSVERBOT 1933
GEDEMÜTIGT / ENTRECHTET
MIT HILFE ÜBERLEBT
Weitere Stolpersteine in Mendelssohnallee 10:
Gimpel, Bruno
Irene Gimpel wurde am 21. November 1895 in Dresden als Tochter des Kunstmalers Andreas Herzing und dessen Ehefrau Bertha, geborene Munke, in Dresden geboren. Sie war als Musiklehrerin tätig, war Sängerin und Lautenspielerin. Als Gimpels "arische" Ehefrau war Irene ebenfalls von der nationalsozialistischen Ausgrenzungspolitik betroffen, da sie nicht bereit war, sich von ihrem Mann zu trennen. Irene Gimpel, die in Niederpoyritz nahe Dresden als Tochter des Malers Andreas Herzing geboren wurde, war knapp zehn Jahre jünger, als sie Bruno Gimpel 1928 heiratete. Als ausgebildete Sängerin und Lautenspielerin gab sie privaten Musikunterricht und trug zum Haushalt mit ihren Einkünften wesentlich bei. Auch sie erhielt als Ehefrau von Bruno Gimpel schließlich Arbeitsverbot. Wie ihr Mann nun sein berufliches und gesellschaftliches Leben auf den Umkreis seiner Schicksalsgefährten beschränkte, wenn er jüdischen Kindern Zeichenunterricht gab, so betreute Irene Gimpel einen jüdischen Kinderhort.
Irene Gimpel überlebte die Kriegsjahre. Sie verstarb 83-jährig am 16. Mai 1979 in einem Pflegeheim in Dresden und wurde an der Seite ihres Mannes auf dem Neuen Israelitischen Friedhof beigesetzt. Nach dem Krieg lebte sie mit ihren Geschwistern wieder in Niederpoyritz. Schon im Oktober 1945 hatte sie eine versöhnende Würdigung ihres Mannes erfahren, als die Landeskammer der bildenden Künstler Sachsens Bruno Gimpel in ihrer ersten Sitzung ehrte. "Meine Frau mit Laute" zeigt sie und ist eines der bekanntesten Werke Bruno Gimpels.
Ingo Wobst spendete 2019 den Stein für Irene Gimpel.
Quellen:
Stadtwiki Dresden: "Bruno Gimpel" https://www.stadtwikidd.de/wiki/Bruno_Gimpel [30.11.19]
Stiftung Sächsische Gedenkstätten: "Bruno Gimpel (1886-1943)" https://www.stsg.de/cms/stsg/bruno-gimpel [30.11.19]
Tiedemann, Klaus: "Der Maler und Grafiker Bruno Gimpel (1886-1943)", in: Medaon Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, Heft 1, 2007. [30.11.19]
Putzpate:
bereits vergeben
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