Details

Berta Loheit

Uhlandstr. 39, Südvorstadt

HIER WOHNTE
BERTA LOHEIT
GEB. HAMEL
JG. 1905
´POLENAKTION` 1938
GHETTO KRAKAU
ERMORDET IM
BESETZTEN POLEN



Weitere Stolpersteine in Uhlandstr. 39:
Loheit, Ferdinand
Loheit, Anna
Loheit, Karl Erich

Berta Loheit wurde 1905 in Przemysl in die Familie Hamel geboren und heiratete dort den Bankbeamten Ferdinand Loheit, der bereits 1917 nach Dresden übergesiedelt war. Die Hochzeit fand jedoch in Przemysl statt.
Berta folgte ihrem Mann nach Dresden. Sie wohnten zuerst auf der Schnorrstraße 37 und später auf der Uhlandstraße 37. Für dieses Haus war Berta als Eigentümerin eingetragen.
Sie bekamen zwei Kinder: Anna, wahrscheinlich 1927 geboren, und Karl Erich, der am 28. September 1930 geboren wurde.
Ferdinand führte ein Herrenbekleidungsgeschäft auf der Viktoriastraße 15 und ein Modegeschäft auf der Großen Brüdergasse 3. Es ging ihnen wirtschaftlich gut.
Da sie noch polnische Staatsangehörige waren, wurden sie am 28. Oktober 1938 in der sogenannten Polenaktion über die Grenze bei Beuthen abgeschoben wie Tausende andere Juden auch, darunter fast alle Familienangehörigen von Ferdinand aus Dresden. Sie landeten zunächst in einer Auffangstation in Kattowitz und kamen dann nach Krakau, das bereits von Flüchtlingen überfüllt war. Bei der Besetzung durch die Deutsche Wehrmacht nach Kriegsbeginn brannte das Magazin am Bahnhof nieder, wo das Eigentum der Flüchtlinge eingelagert war. So waren sie plötzlich völlig mittellos und auf die Jüdische Fürsorge angewiesen. Sie wohnten zusammengedrängt in verschiedenen Wohnungen, Ferdinand woanders als sie und die Kinder. Es liefen Vorbereitungen zur Errichtung eines Ghettos, das jedoch nur einen Teil der jüdischen Menschen beherbergen sollte. Einige tauchten unter oder flohen ins Umland, die übrigen wurden in mehreren großen Aussiedlungswellen vertrieben. Das betraf die Familie wahrscheinlich Ende 1940, denn sie sind danach auf keiner der Listen mehr zu finden, auch nicht ihre Angehörigen. Da sie auch nicht bei den Überlebenden des Holocaust registriert sind, muss angenommen werden, dass sie Opfer einer der vielen Ermordungsaktionen geworden sind. So ist es jedenfalls in der Datenbank von Yad Vashem vermerkt.

Die Verlegung der Stolpersteine für Familie Loheit 2024 wurde von Judy Greenblum, einer Großnichte von Ferdinand Loheit, und ihrer Familie initiiert.

Quellen:
Angaben der Familie von Judy, Eli und Sharon Greenblum

Rechercheergebnisse von Konrad Adolph

Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e. V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen. 1933-1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 229

Bundesarchiv, Gedenkbuch für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

Datenbank Yad Vashem



Putzpate:
bereits vergeben

Wenn Sie eine Putzpatenschaft für einen oder mehrere Stolpersteine übernehmen möchten, melden Sie uns das bitte an die Mailadresse email hidden; JavaScript is required.