Details

Irma Sonnenschein

Wiener Straße 95, Altstadt

Hier wohnte
Irma
Sonnenschein
Jg. 1924
interniert 1942
Hellerberge
deportiert 1943
Auschwitz
ermordet 3.3.1943



Weitere Stolpersteine in Wiener Straße 95:
Sonnenschein, Mirjam
Sonnenschein, Sonja

Irma, Mirjam und Sonja Sonnenschein


Irma, geboren am 13. November 1924, Mirjam, geboren am 26. August 1926 und Sonja Sonnenschein, geboren am 25. Februar 1929, waren die Töchter von Moritz und Elisa Sonnenschein, geb. Kapper. Alle drei kamen in Dresden zur Welt. Die Familie wohnte in der Wiener Straße 95 im Dresdner Stadtteil Seevorstadt-Ost.
Die Eltern der Mädchen starben früh. Ihr Vater Moritz, geboren am 10. Oktober 1885, verstarb 1931. Ihre Mutter Elsa, geboren am 19. November 1897, verstarb bereits 1933. Beide wurden auf dem Jüdischen Friedhof in Dresden beerdigt.
So kamen Sonja, Irma und Mirjam, liebevoll Mirli genannt, zu den Großeltern mütterlicherseits. Alle drei Mädchen wurden am 23/24. November 1942 in das „Judenlager Hellerberg“ in Dresden deportiert. Irma war zu diesem Zeitpunkt 18, Mirjam 16 und Sonja 13 Jahre alt.
Dieses Lager war von der Gestapo in Zusammenarbeit mit der Zeiss Ikon AG, der auch das Gelände gehörte, eingerichtet worden, um die knapp 300 noch in Dresden verbliebenen Juden zu internieren. Da das Lager in der Dr.-Todt-Straße. (heute Radeburger Straße) knapp außerhalb der Stadtgrenze lag, galt Dresden ab dem 23. November 942 als "judenrein" bzw. "judenfrei". Die Lagerinsassen mussten pro Tag 60 Reichspfennige für Miete und Verpflegung zahlen. Sie verrichteten Zwangsarbeit in den der Zeiss Ikon AG gehörenden Goehlewerken, wo sie Torpedozünder montieren mussten.
Am 1. März 1943 wurde das Lager zum Ersatzpolizeigefängnis erklärt und von der Bereitschaftspolizei bewacht. Nachdem am Abend des 2. März 1943 40 weitere jüdische Gefangene aus Chemnitz hinzugekommen waren, wurden die Lagerinsassen zum Bahnhof Dresden-Neustadt transportiert. Dort wurden die mehr als 300 Menschen in vier bis sechs leere Güterwaggons gezwungen. Am Abend des darauffolgenden Tages kam dieser Transport nach 24-stündiger Fahrt ohne Essen und Trinken in Auschwitz-Birkenau an. Von diesem Dresdner Transport wurden weniger als 50 Personen in das Lager eingewiesen, alle anderen wurden unmittelbar nach Ankunft am 3. März ermordet. So auch die Schwestern Irma, Sonja und Mirjam Sonnenschein.

Die Stolpersteine für die Sonnenschein-Schwestern wurden im September 2013 verlegt.

Quellen:
Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen. 1933-1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 347.

Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945): http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/ [22.11.2013]

Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victims' Names: http://db.yadvashem.org/names [22.11.2013]