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Walter Sternfeld

Beilstraße 14, Gruna

HIER WOHNTE
WALTER
STERNFELD
JG. 1875
FLUCHT 1939
BRASILIEN



Weitere Stolpersteine in Beilstraße 14:
Sternfeld, Elsa
Sternfeld, Dr. Gerhard
Sternfeld, Dr. Inge
Sternfeld, Hans Eduard

Walter Sternfeld wurde am 29. April 1875 in Danzig als Sohn des Kaufmanns Eduard Sternfeld (1837 - 1907) und dessen Frau Adele, geb. Jacoby (1845 - 1920) geboren.
Er hatte viele Geschwister, deren Schicksale sich anhand des Todesortes erahnen lassen. Fritz (1867-1942 Treblinka), Julius (1869 – 1926 New York), Max (1870 – 1907 Danzig), Richard (1872 – 1934 Danzig) sowie Hugo und Anna (verh. Cohn), über die nichts weiter bekannt ist.
Walters spätere Frau Elsa, geb. Michels, kam am 21. März 1878 als Tochter von Moritz Michels und seiner Frau Anna Pauline geb. Cohn zur Welt. Sie hatte noch zwei Geschwister. Ihr Vater führte das Berliner „Seidenhaus Michels & Cie“ und zählte zu den kaiserlichen Hoflieferanten.
Walter und Elsa Sternfeld heirateten 1902 und lebten bis 1911 in Berlin-Halensee am Kurfürstendamm, wo Walter zunächst Börsenfachmann für Getreide war und dann einen Reklame- und Annoncen-Kontor betrieb. Ihre drei Kinder Gerhard, geb. am 11. Juni 1905, Inge, geb. am 27. Juli 1906 und Hans Eduard, geb. am 18. November 1907 wurden in Berlin geboren. 1911 zogen sie nach Dresden, wo sie anfangs im Stadtteil Plauen in der Hohen Str. 86 wohnten.
Von 1914 bis 1936/37 lebte die Familie in der Beilstr. 14 in Dresden. Zum Kriegsdienst im ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig. Er war in Belgien eingesetzt.
Am 27. Juli 1911 erfolgte im Handelsregister die Eintragung der Waffelfabrik „Nizza“, die in Löbtau auf der Deubener Str. 19 von Walter Sternfeld geführt wurde. Bereits am 1. April 1913 wurde das Konkursverfahren eröffnet und die Firma erlosch am 3. Januar 1916. Anfang der 1920er Jahre wurde er Mitinhaber einer Firma für Automobilbestandteile und Metallwaren (Daniel Heinrich Balz & Co.).
Er arbeitete später in leitender Funktion für die Deutsche Reichsbahn-Reklame GmbH, wurde aus rassistischen Gründen aus dieser Funktion entlassen, war dann noch als Vertreter beschäftigt und bestritt seine Einkünfte aus Provisionen.
Walter und Elsa Sternfeld kamen von 1937 bis Juli 1939 im Dürerbundhaus auf der Heinrich-Schütz-Str. 2 in Blasewitz unter. In der letzten Juni-Woche reisten sie nach Hamburg und verließen Deutschland mit dem Schiff General San Martin, auf dem sie am 21. Juli 1939 den Hafen von Santos (Bundesstaat São Paulo) in Brasilien landeten. Vermutlich hielten sie sich vor ihrer Abreise im Christlichen Hospiz Baseler Hof in Hamburg auf, da Walter Sternfeld am 30. Juni 1939 auf einem Briefbogen des Hospizes noch eine Bankanweisung aufgab.
Elsa Sternfeld starb am 23. Mai 1942 in São Paulo. Walter Sternfeld lebte bis zum 13. Mai 1948 in São Paulo.
Ihre Kinder Gerhard und Inge emigrierten ebenfalls nach Brasilien. Ihr Sohn Hans Eduard floh nach Frankreich und wurde dort verhaftet, ins KZ Auschwitz deportiert und gelangte mit dem „Todesmarsch“ ins KZ Buchenwald. Dort wurde er von amerikanischen Truppen 1945 befreit.

Quellen:
Angaben zur Herkunftsfamilie: https://www.myheritage.de/research/collection-1/myheritage-stammbaume?itemId=224678941-1-545003&action=showRecord

Berliner Adressbuch 1907 und 1911; https://digital.zlb.de

Dresdner Adressbuch 1912 bis 1939; https://digital.slub-dresden.de/

Sächsisches Staatsarchiv; HR 12727 sowie Bestellsignatur 13135 Dresdner Bank, Fil. Dresden, Nr. 0634

https://www.stolpersteine-hamburg.de/index.php?MAIN_ID=7&BIO_ID=4114 (Eintrag für Erika Simon, geb. Sternfeld)

www.ancestry.com mit dankenswerter Unterstützung des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven für die Zusendung von Kopien aus dem Archiv

https://www.stadtwikidd.de/wiki/D%C3%BCrerbundhaus

Angaben der Familie

Todesmarsch von Auschwitz: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/timeline-event/holocaust/1942-1945/death-march-from-auschwitz



Putzpate:
bereits vergeben

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