Hedwig Grötzsch
Ankerstraße 7, TolkewitzHIER WOHNTE
HEDWIG GRÖTZSCH
GEB. GÜNZEL
JG. 1882
IM WIDERSTAND / SPD
FLUCHT 1933
FRANKREICH
PORTUGAL
1941 USA
Weitere Stolpersteine in Ankerstraße 7:
Grötzsch, Robert
Hedwig Selma Günzel wurde am 4. Oktober 1882 in der Nähe von Zittau (Mittel-Doberwitz) als Tochter des Sattlers Ernst Wilhelm Günzel und seiner Frau Marie Luise Heller geboren. Ob sie auch mit dem Politiker, Journalist und Freund ihres Mannes Hermann Wendel verwandt ist, ist nicht abschließend geklärt. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Familie nach Dresden, wo Hedwig in der Gastronomie Anstellung fand. 1906 heiratete sie den gelernten Klempner und Schriftsteller Robert Grötzsch. Im selben Jahr kam die gemeinsame Tochter Ruth zur Welt, die bereits 1923 im Alter von 16 Jahren starb. Hedwig Grötzsch unterstützte die journalistischen, schriftstellerischen und politischen Tätigkeiten ihres Mannes. Als dieser 1933 untertauchte, wurde Hedwig Grötzsch verhaftet, kurze Zeit später aber freigelassen und konnte mir ihrem Mann nach Prag fliehen. Im August 1933 wurden beide von den Nationalsozialisten ausgebürgert. Nach der Flucht nach Paris und dem Überfall Deutschlands auf Frankreich wurde ihr Mann kurzzeitig interniert. Das Paar fand anschließend in Südfrankreich wieder zusammen und konnte gemeinsam in die USA fliehen. Dort verstarb Robert Grötzsch 1946. Hedwig nahm 1951 die amerikanische Staatsbürgerschaft an und wohnte bescheiden im New Yorker Stadtteil Bronx am Ufer des Harlem River. Auf einer Deutschlandreise erlitt sie in Gießen einen Herzinfarkt; sie verstarb am 8. Juli 1972. Ihre Asche wurde auf dem Tolkewitzer Friedhof in Dresden beigesetzt.
Der Freundeskreis des Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. initiierte und finanzierte 2022 die Verlegung der Stolpersteine.
Quellen
ancestry.com
Putzpate:
bereits vergeben
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