Robert Grötzsch
Ankerstraße 7, TolkewitzHIER WOHNTE
ROBERT GRÖTZSCH
JG. 1882
IM WIDERSTAND / SPD
FLUCHT 1933
TSCHECHOSLOWAKEI
FRANKREICH
PORTUGAL
1941 USA
Weitere Stolpersteine in Ankerstraße 7:
Grötzsch, Hedwig
Robert Grötzsch war Journalist, Schriftsteller und Dichter. 1933 wurde er aufgrund seiner Tätigkeit und seiner Verbindung in die Sozialdemokratie ins Exil gezwungen.
Grötzsch wurde am 10. März 1882 in Naunhof bei Grimma in eine Arbeiterfamilie geboren und erlernte zunächst den Beruf des Klempners, den er bis 1905 ausübte. Er schloss sich bereits früh der sozialistischen Arbeiterjugend an. Grötzsch interessierte sich für Literatur und Theater, für Schriftsteller wie Lessing, Schiller und Heine. Im Alter von 23 Jahren stellte er sich bei der Schriftleitung der Sächsischen Arbeiterzeitung vor und wurde als Redakteur eingestellt. In der Zeitung, die ab 1908 als Dresdner Volkszeitung firmierte, arbeitete er in mehreren Sparten. Im Mai 1906 heiratete er Hedwig Günzel und im selben Jahr wurde Tochter Ruth geboren. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung seines ersten Romans Nauckes Luftreise und andere Wunderlichkeiten. Geschichten für Arbeiterkinder, wenig später Verschrobenes Volk und andere Geschichten (1912) sowie Muz der Riese (1913). Grötzsch gilt damit als Wegbereiter der proletarischen Kinderliteratur.
1919 wurde Robert Grötzsch Chefredakteur der Dresdner Volkszeitung. Er war weiter schriftstellerisch tätig, auch fürs Theater. 1923 verstarb seine Tochter mit nur 16 Jahren. Nach der Machtergreifung musste er untertauchen. Im April 1933 flohen Grötzsch und seine Frau Hedwig vor den Nazis nach Prag. Hier verfasste er seine Romane Wir suchen ein Land und Tormann Bobby. Unter dem Pseudonym Bruno Brandy schrieb er für den „Neuen Vorwärts“ und folgte der Redaktion 1938 nach Paris. Nach dem Überfall auf Frankreich kam Grötzsch in ein französisches Internierungslager für deutsche Staatsbürger, wurde aber freigelassen und konnte gemeinsam mit seiner Frau über die Pyrenäen zunächst nach Portugal und dann weiter in die USA fliehen. Dort arbeitete er wieder als Klempner, schrieb für die „Neue Volkszeitung“ in New York und versuchte, ein Hilfswerk für die Arbeiter im Nachkriegsdeutschland aufzubauen. Gesundheitlich angeschlagen verstarb Robert Grötzsch am 6. März 1946 in New York.
Der Freundeskreis des Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. initiierte und finanzierte 2022 die Verlegung der Stolpersteine.
Quellen
Altner, Manfred: „Robert Grötzsch“, in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ [7.9.2022]
Osterroth, Franz (1960): Biographisches Lexikon des Sozialismus. Band I. Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Hannover, S. 104–105.
Putzpate:
bereits vergeben
Wenn Sie eine Putzpatenschaft für einen oder mehrere Stolpersteine übernehmen möchten, melden Sie uns das bitte an die Mailadresse email hidden; JavaScript is required.