Hans Friedrich Lewy
Comeniusstraße 46, StriesenHIER WOHNTE
HANS FRIEDRICH LEWY
JG. 1896
FLUCHT 1935
FRANKREICH
INTERNIERT DRANCY
DEPORTIERT 1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 30.11.1942
Hans Friedrich Lewy wurde am 13. Oktober 1896 in Dresden geboren. Seine Eltern waren die aus Breslau stammende Selma Mohr und der 14 Jahre ältere Kaufmann und Strohhutfabrikant Louis Leopold Lewy, dem 1910 das Bürgerrecht der Stadt Dresden verliehen wurde. Hans Friedrich Lewy hat zwei ältere Geschwister. 1893 wird Dora Helene geboren und 1895 Michael Alexander Leopold. 1916 stirbt der Vater 61-jährig und sein jüngerer Sohn Hans meldet den Tod auf dem Standesamt. Hans Friedrich Lewy ist zu diesem Zeitpunkt Kaufmann und als Einjährig-Freiwilliger – Wehrpflichtige mit höherem Schulabschluss – im Ersten Weltkrieg. Später wurde er Zigarettenfabrikant.
Zwischen 1925 und 1932 war er als Privatfahrer ein erfolgreicher Starter bei Straßen- und Bergrennen in Deutschland und der benachbarten Tschechoslowakei. Interessant ist dabei, dass er ausschließlich mit Bugatti-Rennwagen sowie seinem Monokel fuhr. Zusammen mit zwei Freunden gründete er 1932 die private Renngemeinschaft PiLeSi.
Vermutlich 1935 flieht Lewy nach Frankreich. 1942 hält er sich in Paris auf und wollte später nach Spanien weiterreisen. Am 25. September 1942 wurde er festgenommen und im Sammellager Drancy inhaftiert. Am 3. November 1942 wurde Lewy mit dem Convoi Nr. 40 nach Auschwitz deportiert. Dort wird er am 30. November 1942 sechsundvierzigjährig ermordet. Sein älterer Bruder Michael war 1938 kurzzeitig in Dachau inhaftiert. Ihm und seiner Schwester Dora gelang die Emigration.
Seine Mutter Selma blieb allein in Dresden zurück. Sie musste mehrmals umziehen, so u.a. in das sogenannte Judenhaus in der Fürstenstraße 2. Von dort aus wurde sie am 28. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie einundsiebzigjährig am 7. Oktober 1943 verstarb.
Auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Dresden erinnert ein imposantes Grabmonument aus Kalkstein mit zwei Löwen an Leopold, Selma und Hans Lewy.
Quellen:
Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen. 1933-1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 222-224.
Inschrift des Grabmonuments der Familie Lewy.
O.A.: Geschichte der Schwestern Mohr aus Breslau. In: erinnern.at https://www.erinnern.at/bundeslaender/wien/bibliothek/dokumente/555_Geschichte%20der%20Familie%20Mohr%20aus%20Breslau.pdf [11.4.2021].
Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945: „Hans Friedrich Lewy“, In: https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1720251 [11.4.2021].
Snellman, Leif: „Hans Lewy”: http://www.kolumbus.fi/leif.snellman/dl.htm#LEWY [11.4.2021].
Wikipedia, Die freie Enzyklopädie: „Hans Lewy (Rennfahrer)“. Bearbeitungsstand: 10. Februar 2021, 12:16 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hans_Lewy_(Rennfahrer)&oldid=208657617 [11.4.2021].
Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, Yad Vashem: „Datenblatt Hans Friedrich Lewy“. In: https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=11578998&ind=1 [11.4.2021].
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