Jona Hönigsberg
Röhrhofsgasse 18, Wilsdruffer Vorstadt/SeevorstadtHIER WOHNTE
JONA HÖNIGSBERG
JG. 1879
VERHAFTET 20.10.1938
1939 ZUCHTHAUS WALDHEIM
ENTLASSEN 1941
TOT AN HAFTFOLGEN IN HANNOVER
6.5.1941
Weitere Stolpersteine in Röhrhofsgasse 18:
Hönigsberg, Klara ‘Chaye‘
Jona Hönigsberg wurde 1879 – vermutlich wie sein Bruder Abraham Adolf Wermuth 1878 – in Stanislau/Stanislawow geboren (damals Österreich-Ungarn, heute Ivano-Frankivsk / Ukraine) und kam als Kaufmann um die Jahrhundertwende nach Dresden. Er war verheiratet mit Klara, geb. Geller, die 1880 in Halicz (heute Galicz / Ukraine) geboren war. Sie wohnten in der Röhrhofsgasse 22.
Ihre Tochter Dora wurde 1901 in Dresden geboren. Sie hat als Kassiererin gearbeitet und war mit Curt Fraenkel verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.
Jona Hönigsberg wurde am 20. Oktober 1938 verhaftet und am 15. Juli 1939 vom Landgericht Dresden zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Prozessakte ist nicht mehr vorhanden; daher bleiben die tatsächlichen Hintergründe ungeklärt. Während der Haft im Zuchthaus Waldheim erkrankte er an offener Lungentuberkulose. Nach dem Haftende am 15. Februar 1941 wurde er nach Hannover überführt und dort im Jüdischen Krankenhaus untergebracht, wo er drei Monate später, am 6. Mai 1941, starb. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Hannover-Bothfeld begraben.
Seine Frau Klara wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg nach Polen deportiert, wo sich ihre Spur verliert.
Der Schwiegersohn Curt Fraenkel wurde beim Novemberpogrom 1938 verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht. Er starb wenige Tage nach seiner Entlassung von dort im Januar 1939 an den Folgen der Misshandlungen.
Die Tochter Dora musste in ein Judenhaus ziehen und wurde im November 1942 im „Judenlager Hellerberge“ interniert, von dort Anfang März 1943 nach Auschwitz deportiert und sofort ermordet.
Die Enkel von Max Geller, dem Schwager Jona Hönigsbergs, die in Israel leben, initiierten und spendeten 2020 die Stolpersteinverlegung für die Familie Hönigsberg / Fraenkel, die keine Nachkommen hinterließ.
Quellen:
Angaben der Angehörigen (Dr. Yitzhak Dana, Tel Aviv, Israel) und des Historikers Dr. Peter Schulze aus Hannover
Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e. V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen.1933-1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 167
Putzpate:
bereits vergeben
Wenn Sie eine Putzpatenschaft für einen oder mehrere Stolpersteine übernehmen möchten, melden Sie uns das bitte an die Mailadresse email hidden; JavaScript is required.