Details

Sophie Goldberg

Oeserstraße 5, Loschwitz

HIER WOHNTE
SOPHIE
GOLDBERG
GEB. POSNIAK
JG. 1881
FLUCHT 1933
FRANKREICH
1937 PALÄSTINA



Weitere Stolpersteine in Oeserstraße 5:
Goldberg, Emanuel
Goldberg, Herbert
Goldberg, Renate Eva

Sophie Goldberg, genannt Sonja, geb. Posniak wurde am 28. August 1886 in Nischni Nowgorod im heutigen Russland geboren. Sie war die Schwester von George Posniak, einem Kommilitonen von Emanuel Goldberg, der später ihr Mann wurde. Sie war eine herausragende Schülerin, Klassenbeste, und wurde dafür mit einer Goldmedaille vom Bildungsministerium ausgezeichnet. Nach der Oberschule ging sie nach Leipzig, um dort an der Hochschule für Musik und Theater zu studieren. In Leipzig traf sie Emanuel. Sie heirateten am 28. Juni 1907 in Warschau und verbrachten ihre Flitterwochen in Norwegen, das später eines ihrer Zufluchtsländer werden würde. Ihr Sohn Herbert Goldberg wurde am 20. November 1914 geboren, die Tochter Renate Eva (später Chava Gichon) am 19. September 1922.
Sophie liebte Musik und spielte Klavier, manchmal auch gemeinsam mit Emanuel, der sie mit der Flöte begleitete. 1917 wurde Goldberg Direktor der Internationalen Camera Actiengesellschaft in Dresden, wo er unter anderem die Kinamo-Filmkamera mit einem Federwerk entwickelte. In der 1926 durch einen Zusammenschluss von vier Firmen entstandenen Zeiss Ikon war er als einer ihrer zwei Generaldirektoren tätig. Nach einer Entführung durch SA-Männer 1933 verließ er Deutschland und war zunächst bis 1937 für eine Zeiss-Niederlassung in Frankreich tätig. 1933 wurde Sophie gezwungen, ihr Zuhause in Dresden aufzugeben und ihrem Mann nach Paris zu folgen.
Sie lebten für vier Jahre in Paris. Trotz ihres Wunsches, in die USA auszuwandern, wo Emanuel mehrere Einladungen von führenden Wissenschaftlern (Charles E. Mees (Eastman Kodak), Albert Einstein) erhalten hatte, zogen sie nach Palästina. Sie lebten in Ramat Gan, einer Nachbarstadt von Tel Aviv.
Sophie hatte stets Schwierigkeiten mit dem heißen Klima in Israel und bevorzugte kühleres Wetter. Sie las die Klassiker der westlichen Literatur meist im Original, und sie und Emanuel hörten gerne die Musik aus der Leipziger Zeit. In der Familie war sie berühmt für ihre Pullover, die sie für alle strickte.
Sie verstarb 82-jährig am 10. Dezember 1968.

Quellen:
Angaben der Familie

Wikipedia: "Emanuel Goldberg": https://de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_Goldberg [30.11.19]

Putzpate:
bereits vergeben

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