Werner Hofmann
Lene-Glatzer-Straße 23, BlasewitzHIER WOHNTE
DR. WERNER
HOFMANN
JG. 1878
BERUFSVERBOT 1934
FLUCHT IN DEN TOD
3.3.1939
Werner Hofmann wurde am 28. August 1878 in Meiningen geboren. Über seine Eltern und über seine Kindheit ist nichts bekannt. Nach seinem Abitur studierte Hofmann fünf Semester Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Darmstadt, wo er am 30. April 1900 sein Vordiplom ablegte. Später wechselte er an die Technische Hochschule Karlsruhe, wo er am 8. Februar 1903 sein Diplom ablegte.
Mit nur 26 Jahren siedelte er nach Freiberg über, wo er eine Tätigkeit im elektrischen Prüffeld der Porzellanfabrik Hermsdorf annahm. 1906 wurde er zum Direktor der Porzellanfabrik Kahla/Werk Freiberg in der Frauensteiner Straße 45 berufen. Unter seiner Leitung avancierte die Fabrik zum modernsten Elektroporzellanwerk Europas mit dem ersten Hochspannungsisolator-Prüffeld. 1912 wurde er Vorstandsmitglied der Porzellanfabrik Kahla.
Aufgrund seines Engagements als Schatzmeister und Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Freunde der Bergakademie Freiberg ernannte diese ihn 1924 zu ihrem Ehrensenator. 1929 verlieh die Hochschule Hofmann die Ehrendoktorwürde als "Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die wissenschaftliche, technische und organisatorische Förderung der deutschen Elektro-Porzellanindustrie". Im selben Jahr wird der Ingenieur Vorsitzender des Aufsichtsrats der Tonwarenfabrik Schwadorf und Mitglied des Aufsichtsrats der Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther. Ein Jahr darauf, am 1. Oktober 1930, scheidete er altersbedingt aus dem Amt des Direktors der Prozellanfabrik Kahla. Auch aus den Ämtern der Gesellschaft der Freunde der Bergakademie Freiberg schied er aus. 1931 siedelte Hofmann mit seiner Familie nach Dresden über.
Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 sah sich Hofmann zunehmender Repressalien ausgesetzt. Neben der Aberkennung seiner Ehrendoktorwürde mit dem Verweis "Jude" war seine namentliche Erwähnung im Personal- und Vorlesungsverzeichnis ab dem Studienjahr 1934/35 untersagt worden.
Die Schikanen der Nazis trieben ihn am 3. März 1939 in den Suizid. Seine Ehefrau Paula, 1897 geborene Huber, zog nach dem Tod ihres Mannes nach Oberbayern, wo sie 1954 in Tutzing verstarb.
Die Porzellanfabrik Kahla, deren Direktor Dr. Werner Hofmann mehr als 25 Jahre war, wurde 1943 in einen Rüstungsbetrieb umgewandelt, in dem etwa 1000 jüdische Frauen zwischen Oktober 1944 und April 1945 unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten. Heute befindet sich im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Porzellanfabrik das Landratsamt, das seit 2017 den Namen Werner-Hofmann-Haus trägt.
In der 31. Senatssitzung vom 23. Juli 1996 wurde Dr. Werner Hofmann die Ehrendoktorwürde wieder zuerkannt.
Quellen:
http://www.geschichtswerkstatt-freiberg.de/?page_id=418; 14.11.2017
Gedenktafel zur Erinnerung an Dr. -Ing. E. h. Werner Hofmann. In: Kreisnachrichten. Amtsblatt des Landkreises Freiberg 27, 11.12.1996, s.p.
http://www.geschichtswerkstatt-freiberg.de/wp-content/uploads/Liste-Ehrendoktoren.jpg; 14.11.2017
http://www.geschichtswerkstatt-freiberg.de/wp-content/uploads/Senatsbeschluss-Juli-1996-1-e1460550540173.jpg; 14.11.2017
Putzpate:
bereits vergeben
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