Emanuel Goldberg
Oeserstraße 5, LoschwitzHIER WOHNTE
EMANUEL
GOLDBERG
JG. 1881
FLUCHT 1933
FRANKREICH
1937 PALÄSTINA
Weitere Stolpersteine in Oeserstraße 5:
Goldberg, Sophie
Goldberg, Herbert
Goldberg, Renate Eva
Emanuel Goldberg, geboren am 19. Juli 1881 in Moskau, war ein russisch-jüdischer Chemiker, Techniker und Erfinder, der seine größten wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Leistungen in Deutschland zur Zeit des Kaiserreichs und der Weimarer Republik erbrachte und später über Paris nach Israel floh. Als einer der Gründer von Zeiss Ikon wirkte er längere Zeit in Dresden.
Emanuel Goldbergs Eltern waren Grigori Ignatjewitsch Goldberg und Olga Moisejewna Grodsenka. Von 1900 bis 1904 studierte er Chemie an der Moskauer Universität und anschließend an verschiedenen deutschen Universitäten. 1906 promovierte er an der Universität Leipzig über die Kinetik photochemischer Reaktion bei Robert Luther am Physikalisch-Chemischen Institut, das von Wilhelm Ostwald geleitet wurde. Des Antisemitismus in Russland wegen kehrte er nicht in seine Heimat zurück. Nach einem Jahr als Assistent von Adolf Miethe an der Königlich technischen Hochschule zu Berlin wurde er 1907 als Nachfolger von Georg Aarland Professor an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig, wo er den Unterricht in Reproduktionsfotografie zu einer eigenen Abteilung ausbaute und bis 1917 blieb.
Am 28. Juni 1907 heiratete Goldberg Sophie Posniak (* 28. August 1886; † 10. Dezember 1968). Ihr Sohn Herbert Goldberg wurde am 20. November 1914 geboren, die Tochter Renate Eva (heute Chava Gichon) am 19. September 1922.
1917 wurde Goldberg Direktor der Internationalen Camera Actiengesellschaft in Dresden, wo er unter anderem die Kinamo Filmkamera mit einem Federwerk entwickelte. In der 1926 durch einen Zusammenschluss von vier Firmen entstandenen Zeiss Ikon war er in als Generaldirektor tätig. Nach einer Entführung durch SA-Männer 1933 verließ er Deutschland und war zunächst bis 1937 für eine Zeiss-Niederlassung in Frankreich tätig. Anschließend emigrierte er nach Palästina. Dort gründete er ein später Goldberg Instruments genanntes Laboratorium, aus dem sich die Firma Electro-Optical Industries ("El-Op") in Rechowot entwickelte. Eine Fotografie von John Phillips für das Life-Magazinezeigt Goldberg im Jahre 1943 in seiner Werkstatt in Palästina.
1960 ging Emanuel Goldberg in den Ruhestand, beschäftigte sich aber weiter mit seinen Forschungsarbeiten. 1968 wurde ihm der Israel-Preis verliehen. Er starb am 13. September 1970 in Tel Aviv.
1990 beantragte die in Tel-Aviv lebende Tochter Chava Gichon die Restitution des Grundstücks in der Oeserstraße 5 in Dresden, das Goldberg als Direktor der Zeiss-Ikon-Werke 1927 gekauft hatte. Eine einvernehmliche Lösung unter Beteiligung der Besitzer des Grundstücks scheiterte im August 1995 am zuständigen Liegenschaftsamt.
Putzpate:
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