Details

Alexandrine Kastner

Marschnerstraße 21, Altstadt

HIER WOHNTE
ALEXANDRINE
KASTNER
GEB. JACOBY
JG. 1877
DEPORTIERT 1942
GHETTO WARSCHAU
ERMORDET



Weitere Stolpersteine in Marschnerstraße 21:
Kastner, Otto
Kastner, Hans-Werner

Alexandrine Jakoby, Schwester von Johann, Alexander und Erika, verheiratete Münster, wurde am 4. April 1877 in Dresden geboren. Sie war verheiratet mit Dr. Med. Otto Kastner, sie hatten einen Sohn, Hans-Werner. Sie besuchte die zehnklassige Privatschule "von Rabenhorst" in Dresden. Sie studierte Musik und besuchte unter anderem drei Jahre das Königliche Konservatorium für Musik in Dresden.
1901 erhielt sie das Zeugnis der Reife als Konzertpianistin. Von 1905 bis 1907 besuchte sie ,Sickenbergersche Privatgymnasialkurse' in München. 1907 schloss sie das Abitur am Königlichen Maximiliansgymnasium in München ab und studierte Medizin in München.
Nach der Heirat mit Dr. med. Otto Kastner in München absolvierte sie ein viermonatiges Medizinalpraktikum an der Chirurgischen Universitätsklinik in München und arbeitete sieben Monate in der Inneren Abteilung des Krankenhauses Dresden-Johannstadt.
Alexandrine Kastner promovierte 1914 zur Fachärztin für Innere Medizin mit der Dissertation "Über Endocartitis lenta". Ab 1.9.1914 arbeitete Dr. med. Alexandrine Kastner als Assistenzärztin und Internistin in der Inneren Abteilung des Krankenhauses Dresden-Johannstadt. Zwischen 1920 und 1938 führte sie eine eigene Praxis.
1927 war sie in der staatlichen höheren Mädchenbildungsanstalt in Dresden-Johannstadt in der Eliasstraße 22 und 1933 in der Eliasstraße 4 als Schulärztin tätig. Ab dem 1.04.1934 wurde ihr die Zulassung zur Rechnungserstattung durch den Krankenversicherungs-Verein "Deutscher Ring" entzogen, im Oktober 1934 war sie bereits nicht mehr zur Kassenpraxis zugelassen.
Nachdem sich ihr Mann das Leben genommen hatte, zog Dr. Alexandrine Kastner nach Berlin. Dort wurden zwei Adressen angegeben, Hohenstauffenstraße 9 und die Regensburger Straße 30 bei Goldmann. Am 2.4.1942 wurde sie nach Trawniki deportiert. Dort ist sie verschollen.

Quellen
Buch der Erinnerung, Seite 178 - 181

Ärzteblatt Sachsen 11 / 2013

Andrea Autenrieth: Ärztinnen und Ärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden – Seite 74/75

Dokumentation der Charité: Ärztinnen im Kaiserreich, Datenbank (Internet)

Putzpate:
bereits vergeben

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