Otto Kastner
Marschnerstraße 21, AltstadtHIER WOHNTE
OTTO KASTNER
JG. 1880
VERHAFTET 1937
FLUCHT IN DEN TOD
21.2.1938
POLIZEIGEFÄNGNIS
Weitere Stolpersteine in Marschnerstraße 21:
Kastner, Alexandrine
Kastner, Hans-Werner
Otto Kastner wurde am 10. Oktober 1880 in Görlitz geboren. Er war verheiratet mit Alexandrine, geb. Jakoby und wohnte in der Eliasstraße 4. Das Ehepaar Kastner hatte einen Sohn, Hans Werner.
Dr. med. Otto Kastner promovierte 1909 zum Facharzt für Kinderkrankheiten. Im August 1910 heiratete er Alexandrine Jacoby und kam 1919 als Kinderarzt nach Dresden. 1927 praktizierte er in der Eliasstraße 22 und 1933 in der Eliasstraße 4. Seit November 1920 arbeitete er als Schularzt, seit 1923 als Stadtschularzt und Amtsjugendarzt. Außerdem war er Heimarzt des Stadtkinderheims. Als Stadtobermedizinalrat und Stadtschularzt war er in unkündbarer aktiver Beamtenstellung mit Pensionsberechtigung. 1926 veröffentlichte er das ,,Schulgesundheitsbüchlein“. Am 31.03.1933 wurde Dr. med. Kastner als Stadtschularzt, Amtsjugendarzt und Heimarzt für die Stadtkinderheime beurlaubt und am 2.06.1933 in den dauernden Ruhestand versetzt. Er praktizierte privat weiter und war im Oktober 1934 noch zur Kassenpraxis zugelassen.
Im Juni 1935 wurde er vor Gericht angeklagt, die Klage im Oktober aber vom Gericht abgelehnt. 1937 wurde er erneut angeklagt und für fünf Monate inhaftiert. Im Polizeipräsidium schrieb er einen Abschiedsbrief an seinen Sohn und seine Frau. Am 22.02.1938 erhielt seine Frau die Nachricht, ihr Mann habe sich am 21.02.38 erhängt.
Quellen:
Buch der Erinnerung, Seite 178 - 181
Ärzteblatt Sachsen 11 / 2013
Andrea Autenrieth: Ärztinnen und Ärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden – Seite 74/75
Putzpate:
bereits vergeben
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