Details

Clara Weiss

Schlüterstraße 22b, Blasewitz

Hier wohnte
Clara Weiss
geb. Nathan
Jg. 1889
deportiert 1942
Lager Hellerberge
ermordet 1943 in
Auschwitz



Weitere Stolpersteine in Schlüterstraße 22b:
Weiss, Eva

Clara und Eva Weiss

Clara Weiss wurde am 22. Juni 1889 im preußischen Zduny, im heutigen Polen geboren. Ihre Tochter Eva Weiss wurde am 28. Juli 1921 in Dresden geboren.
Clara Weiss, geborene Nathan, war Hausfrau und lebte im Stadtteil Striesen auf der Schlüterstraße 22b. Ihr Mann Hermann Weiss führte eine Tuchgroßhandlung. Eva Weiss besuchte die Allgemeine Höhere Mädchenschule, darauf die 6. Mädchen-Berufsschule und war Mitglied der Handballmannschaft der Israelitischen Religionsgemeinschaft zu Dresden. Seit 1940 arbeitete sie als Sprechstundenhilfe bei Dr. Willy Katz und auf dem Jüdischen Friedhof Dresden, Fiedlerstraße 3.
Clara Weiss wurde aus der Wohnung verwiesen, weil ein Gestapokommissar eine der Wohnungen im Haus beanspruchte. Die Tochter Eva und ihre Mutter mussten in eines der sogenannten Judenhäuser ziehen. Bei der Zusammenlegung der verbliebenen jüdischen Bevölkerung Dresdens, wurden beide in das "Judenlager Hellerberg" gebracht, wo sie Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie für die Zeiss Ikon AG leisten mussten. Im März 1943 wurden die Lagerinsassen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo die meisten, so auch Clara dreiundfünzigjährig und Eva Weiss mit 22 Jahren, kurz nach ihrer Ankunft ermordet worden.
Ein Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof Dresden erinnert an Clara und Eva Weiss. Claras Sohn Horst Adolf Weiss arbeitete zunächst im väterlichen Unternehmen und konnte 1936 mit Hilfe einer Bürgschaft emigrieren.

Stolpersteine Schlüterstraße 22b, 01277 Dresden.

Quellen:
Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen. 1933-1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 381.

Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945): www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/