Details

Paula Popper

Ulrichstr. 7, Loschwitz

HIER WOHNTE
PAULA POPPER
GEB. WELEMINSKY
JG. 1867
GEDEMÜTIGT / ENTRECHTET
TOT 12. OKT. 1936



Weitere Stolpersteine in Ulrichstr. 7:
Popper, Dr. Felix
Zobel, Anna

Paula (auch Pavlina, Pauline) Weleminsky wurde am 22. Januar 1867 in Goltsch-Jenikau in Ostböhmen (heute Tschechische Republik) als Tochter des Arztes Jacob Weleminsky (1834-1905) und seiner Ehefrau Berta geb. Kohn (1844-1914) geboren. Der Vater arbeitete auch in Dresden und später in Prag. Ihre beiden Brüder Josef und Friedrich wurden ebenfalls Ärzte, letzterer ein bekannter Mikrobiologe, der eine erfolgreiche Behandlung gegen Tuberkulose entwickelte.
Am 1. Dezember 1888 heiratete Paula in Dresden Oberjustizrat Dr. Felix Popper. Sie bekamen zwei Kinder, Anna (geb. 1893) und Friedrich (geb. 1894), und wohnten in ihrem Haus auf der Kaitzer Straße 11 und in ihrer Sommerresidenz auf der Ulrichstraße 7. Paula hielt zeitlebens Kontakt mit ihrer Herkunftsfamilie und interessierte sich sehr für die Literatur und Politik dieser Zeit.
Tochter Anna heiratete 1919 in Dresden den Lungenfacharzt Dr. Peter Erdmann Zobel und bekam mit ihm die Söhne Andreas (geb. 1919) und Klaus (geb. 1921), bevor sie sich 1923 wieder scheiden ließ.
Sohn Friedrich (Fritz) besuchte die Kreuzschule in Dresden und studierte Jura in Leipzig und Heidelberg. 1914 trat er ins Heer ein und erhielt mehrere Auszeichnungen. Er starb als Soldat im 1. Weltkrieg am 21. Oktober 1918 bei Razany in Serbien. Sein Name ist auf der Gedenksäule für die Gefallenen des 1. Weltkriegs auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Dresden verzeichnet.
Paula Popper durchlebte und erlitt all die Demütigungen und Repressalien mit, denen ihr Ehemann Dr. Felix Popper durch die Nazi-Gesetzgebung ab 1933 ausgesetzt war.
Sie starb am 12. Oktober 1936 in Dresden.
Leider fanden wir keine Angaben zu ihrem Bestattungsort.

Die Verlegung des Stolpersteins 2024 initiierten die heutigen Eigner des Hauses Ulrichstraße 7, Prof. Burkhard Jabs und Frau Dr. Katrin Jabs, die auch die Nachkommen von Anna Zobel (geb. Popper) ausfindig gemacht und umfangreich recherchiert haben.
Den Stein spendete Herr Volker Wichitill.

Quellen:
Angaben der Angehörigen (Stefan und Liz Sobell/Großbritannien, Justin Zobel/Australien)

Auskünfte von: Deutsches Hygiene-Museum Dresden, HATIKVA e. V. (zu Grabinschriften auf dem Neuen Jüdischen Friedhof), Archiv der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, Dresdner Verein für Genealogie e. V., MyHeritage, Wikipedia

Putzpate:
bereits vergeben

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