Details

Rosa Eger

Wasastraße 7, Strehlen

HIER WOHNTE
ROSA EGER
GEB. EICHMANN
JG. 1868
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 31.12.1942



Weitere Stolpersteine in Wasastraße 7:
Eger, Robert
Eger, Charlotte

Rosa Eger geborene Eichmann wurde am 4. November 1868 in Fürth geboren. Sie war verheiratet mit Arthur Eger, der am 27. Februar 1857 in Dresden als Sohn des Handelsmanns Robert Eger und dessen Ehefrau Therese geborene Landau geboren ist. Er war früherer Inhaber des Geschäfts „Robert Eger“, später (1933) „Firma Eger & Sohn“, Herren- und Knabenkleidung mit eigener Fabrikation. Er war langjähriges Mitglied des Gemeinderats und ist am 1. November 1924 in Dresden gestorben.
Arthur Eger hatte viele Geschwister, so einen Bruder Hans (genannt Hirsch), geboren 1865. Dieser lebte in Magdeburg und führte eine Drogerie. Er ist am 18. November 1942 deportiert worden und am 20. Januar 1943 in Theresienstadt umgekommen. Sein Enkel hat für ihn in Magdeburg einen Stolperstein verlegen lassen. Ein vermutlich weiterer Bruder (Max, geboren 1871), emigrierte mit seiner Frau Anna geborene Hofmann und der Tochter Elsbeth 1938 in die Niederlande. Sie wurden in Westerbork interniert, das Ehepaar nach Theresienstadt deportiert, wo es die Befreiung erlebte. Elsbeth (1908 geboren) heiratete in London 1939 den dorthin emigrierten Rudolf Abeles, durfte aber ohne Arbeit nicht in England bleiben. Sie wurde nach 1942 in Westerbork interniert und 1944 nach Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde. Der anderen Tochter, Therese verh. Feldmann, gelang mit ihrer Familie die Emigration.
Rosa und Arthur Eger hatten 3 Kinder: Robert, geboren 1893, Charlotte, geboren 1895, und Walter, geboren 1897.
Rosa Eger war Miteigentümerin des Wohnhauses auf der Wasastraße 7 und lebte nach dem Tod ihres Mannes Arthur im Haushalt ihres Sohnes Robert und seiner Frau Charlotte geborene Höhle. Auch der Sohn Walter wohnte mit seiner Frau Margot Caci bis zu seiner Flucht nach Australien dort.
1942 wurden die verbliebenen Bewohner Rosa, Robert und Charlotte gezwungen, in ein sogenanntes Judenhaus zu ziehen. Sie mussten das Haus verkaufen, Walter Egers Anteil wurde konfisziert. Der Käufer war der Amtsarzt von Leipzig und Dresden mit Sitz im Hygienemuseum. Dieser floh mit seiner Familie nach dem Bombenangriff am 13. Februar 1945 nach Westdeutschland. Die Egers zogen also in das „Judenhaus“ am Lothringer Weg 2, eine einst prächtige Villa, die bereits mit vielen anderen jüdischen Parteien belegt war, vorwiegend sogenannten privilegierten Mischehen mit nichtjüdischen Partnerinnen. Auch der Romanist Victor Klemperer zog später mit seiner Ehefrau Eva dort ein und hinterließ in seinen Tagebuchaufzeichnungen eindrückliche Schilderungen der Villa und ihrer Bewohner.
Rosa Eger wurde am 7. September 1942 mit einem sogenannten Altentransport V/6 nach Theresienstadt deportiert, zusammen mit der hochbetagten verwitweten Besitzerin der Villa, Jenny Jacoby, die den Transport nur zwei Wochen überlebte. Rosa Eger starb am 31. Dezember 1942 in Theresienstadt.
Ihr Sohn Robert wurde im Oktober 1942 verhaftet, nach Auschwitz deportiert und am 1. Januar 1943 dort ermordet. Seine Frau Charlotte emigrierte nach Australien. Rosas Tochter Lotte Pusinelli überlebte die Shoa in Berlin.

Die Großnichte von Charlotte Eger regte die Verlegung des Stolpersteins 2022 an und spendete ihn mit ihrer Familie.

Quellen Angaben der Angehörigen.
Angaben der Enkelin des Käufers Wasastraße 7.
Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e. V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen. 1933-1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 76-77.
Archiv und Gedenkbuch der Jüdischen Gemeinde.
epidat - epigraphische Datenbank: Jüdische Grabsteinepigraphik. www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat [31.08.22]

Putzpate:
bereits vergeben

Wenn Sie eine Putzpatenschaft für einen oder mehrere Stolpersteine übernehmen möchten, melden Sie uns das bitte an die Mailadresse email hidden; JavaScript is required.