Rifka Blitzblau
Alaunstraße 11, NeustadtHier wohnte
Rifka Blitzblau
geb. Brenner
Jg. 1888
Polenaktion 1938
Łodz
ermordet
Weitere Stolpersteine in Alaunstraße 11:
Blitzblau, Michael
Blitzblau, Siegfried
Michael Blitzblau wurde am 16. Januar 1892 in Łódź geboren. Seine Frau Rifka, geborene Brenner, wurde am 7. September 1888 geboren. Das Paar hatte vier Kinder: Adolf, Herman, Rosel und Siegfried.
Die Familie folgte 1914 dem Aufruf des deutschen Kaisers "An meine lieben Juden in Polen". Ab August 1921 lebte Familie Blitzblau in Dresden, wo Herr Blitzblau zunächst als Lastträger im Sachsenwerk tätig war. Später erhielt er die Genehmigung als Straßenhändler für Obst und Gemüse.
Im Frühjahr 1933 versuchte Michael Blitzblau wegen fehlender Geburtsurkunden vergeblich, für die Söhne Adolf und Herman polnische Pässe zu organisieren, um Deutschland verlassen zu können. Aufgrund angeblichen Lebensmittelschmuggels nach Russland wurde Michael Blitzblau vier Wochen lang im Gebäude der SA inhaftiert. Die Familie wurde im Zuge der sogenannten Polen-Aktion am 28. Oktober 1938 nach Polen zwangsausgewiesen. Die Familie ist in den Unterlagen des Ghetto Łódź geführt, wo Michael Blitzblau auch als Hausmeister verzeichnet ist. Er wurde am 17. März 1943 ermordet. Sohn Siegfried, der am 1. oder 30. März 1927 in Dresden geboren wurde, wurde ebenso wie seine Mutter weiterdeportiert. Über die genauen Umstände der Ermordung von Mutter und Sohn ist nichts bekannt.
Rosel Blitzblau heiratete vermutlich noch in Dresden Fritz Blumenkranz. Familie Blumenkranz war in Dresden in der Webergasse 10 am Altmarkt wohnhaft. Gabriel und Chana Blumenkranz, sowie die fünf Kinder Mic, Hans, Berta, Fritz und Max flüchteten 1938 ebenfalls über Hamburg nach Argentinien. Rosel Blumenkranz sowie die Familie ihres Mannes ließen sich im Raum Buenos Aires nieder, wo die Tochter von Rosel noch immer lebt. Einer der Brüder von Rosel ging mit einer zionistischen Organisation über Dänemark nach Israel und ließ sich in der Stadt Nahariya nieder, wo er als Frisör als "Barbier von Nahariya" bekannt wurde, da er den englischen Soldaten das Haar schnitt.
Die Stolpersteine für Familie Blitzblau spendeten Frank Grahl (Grahl & Vogel GbR Side Door) sowie Markus Degenkolb.
Quellen:
Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. (2006): Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen. 1933-1945. Thelem Universitätsverlag Dresden, S. 52f.
Angaben der Familie
Putzpate:
bereits vergeben
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